Computer im Unterricht (3)
Lernziele
Außerdem sollen unsere Schüler durch die Integration des PCs in den Schulalltag lernen,
- durch Erfolgserlebnisse selbstbewusster und selbstsicherer zu werden,
- unorthodox, kreativ und logisch zu denken,
- Wichtiges von Unwichtigem, Richtiges von Falschem zu unterscheiden,
- Sicherheitsregeln zu beachten,
- Höflichkeitsformen (Netiquette) einzuhalten,
- mit der Tastatur und mit der Maus umgehen zu können,
- Schriftarten zu wählen, Grafiken zu erstellen und rechnen zu können,
- den Drucker bedienen zu können,
- Speichermedien zu verwenden,
- den Computer für verschiedene Zwecke nutzen zu können (Wiederholungsübungen, Simulationen, Schreiben von Geschichten, Berichten und Briefen, Erstellen einer Klassenzeitung, Informationsgewinnung),
- die Notwendigkeit des Korrekturlesens zu begreifen,
- Fehler machen zu dürfen, um aus ihnen zu lernen,
- dass Computer selbst nicht denken können, also immer auf Menschen angewiesen sind und ihnen stets untergeordnet bleiben,
- welche Rolle Computer in unserer Gesellschaft spielen und wie sie sich durch ihn verändern wird.
Selbstgesteuertes Lernen
Die Arbeit mit dem PC bietet auch neue Möglichkeiten eines selbstgesteuerten und selbstbestimmten Lernens und einer Informationsbeschaffung, die das Selbstbewusstsein stärken und in zukünftige Formen lebenslangen Lernens einführen kann (Recherche im Internet, Erstellen eigener Webseiten und Präsentationen, Mitarbeit bei der Schulzeitung usw.). Die Schüler sollen dabei nicht als Einzelne isoliert arbeiten, sondern sich in Möglichkeiten des kooperierenden Arbeitens und Lernens gegenseitig austauschen, ergänzen, verbessern und helfen, im Team arbeiten und sich als Team bewähren, wo immer dies möglich ist (Partnerarbeit, Schreibkonferenzen, Gruppenarbeit etc).
Die Schüler sollen miteinander am Computer Texte erstellen, passende Grafiken oder digitale Bilder einfügen sowie kleinere Werke (Gedichte, Klassenzeitung) zusammenstellen, aber auch miteinander im Spiel wettstreiten (Logikspiele zur Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit, Strategiebildung und logischem Denken).
Förderung der Lesekompetenz
Die Ergebnisse der PISA-Studie geraten allmählich in Vergessenheit, doch die Notwendigkeit einer Förderung der Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen ist geblieben, denn den deutschen Schülern fehlt es vor allem an Lesefähigkeit und Textverständnis.
Jedem Erstklasslehrer ist die Problematik bekannt, dass er in seinem Unterricht Schüler mit sehr unterschiedlichem Entwicklungsstand, verschiedensten Lernvoraussetzungen und differierenden Vorkenntnissen gerecht werden muss. Gerade in diesem Spannungsfeld liegt im Einsatz des Computers als einem hoch motivierenden, extrem vielfältigen, interaktiven Medium eine ungeheure Chance, die in der heutigen Zeit nicht ungenützt bleiben sollte.
Freude am Lesen versuchen wir an unserer Schule neben dem Einsatz im Erstleseunterricht durch ein neues Projekt zu fördern, mit denen wir Kinder zum Lesen verlocken wollen. Auf der Internetseite www.antolin.de haben alle 2. – 6. Klassen unserer Schule für jede(n) Schüler(in) ein Lesekonto eingerichtet, das er (sie) mit einem eigenen Benutzernamen und dem persönlichen Passwort öffnen kann. Es enthält eine Liste mit zurzeit über 20.000 Kinderbuchtiteln aus 30 Bereichen von A wie Abenteuer bis W wie Weihnachten.
Aus diesen Titeln sollen sich unsere Schüler Bücher auswählen, die sie gern lesen möchten, und sich die entsprechenden Exemplare in einer öffentlichen Bücherei, bei Freunden oder einer Bücherkiste in der Klasse besorgen. Wenn sie das ausgewählte Buch gelesen haben, können sie ihr Wissen zu dem Buch im Internet abfragen. Zu jedem gelesenen Titel werden 15 Fragen gestellt. Für jede richtige Antwort gibt es Punkte, die die "Leseratten" auf einem Konto sammeln können.
"Antolin“ bietet auch den Eltern eine wunderbare Möglichkeit, ihr Kind auf sanfte Weise an das Buch heranzuführen. Sie lesen zusammen mit ihrem Kind Bücher, verfolgen das Eingeben der Fragen (das Kind kann sein Lesekonto auch zu Hause aufrufen, wenn es einen Internetzugang hat) und nehmen auf diese Weise aktiv an der Lese-Entwicklung ihres Kindes teil. Der Leseforscher Richard Bamberger meint dazu:
„Wir sollten danach trachten, dass die Kinder und Jugendlichen monatlich mindestens zwei Bücher lesen – noch besser: wöchentlich ein Buch.“
Neue Formen des Lehrens
Der Computer in der Schule verändert auch die Rolle des Lehrers, indem er die Bereitschaft zu offenen Unterrichtsformen verlangt. Die Lehrkraft belehrt nicht mehr, sondern berät beim Lernen, das der Schüler selbst aktiv vollzieht. Weil die Lehrer durch gute Lernsoftware vom Stoffzwang freier werden, gewinnen sie Zeit für persönliche Zuwendung, für Bewegungserziehung, Spielpädagogik, Entspannung, Musisches, Soziales.
Der Lehrer darf aber nicht nur Lernberater sein. Er muss auch etwas vorlesen, erzählen, konfliktbereinigende Gesprächskreise organisieren, damit die Schüler immer wieder anders motiviert werden und auch im Zuhören geschult werden. Der Bildschirm muss dosiert eingesetzt werden, damit auch Zeit bleibt, das Schreiben mit der Hand zu entwickeln und Informationen auch aus Büchern zu gewinnen. „Gegen das Rationale des Tele-Lernens muss der Umgang mit Dichtung gesetzt werden, und zwar mit häufigen Anlässen für das Sprechen und Vortragen. Über Rollenspiele ergeben sich hervorragende muttersprachliche Sprech- und Gestaltungsanlässe, in denen Sprache mit Werteerziehung sowie mit Konfliktbewältigungskompetenz verknüpft werden kann“ (Prof. Struck).
Aber all dies lernen die Kinder nicht von selbst. Hier sind besonderes methodisch-didaktisches Können und Engagement vom Lehrer verlangt. Zur Umsetzung dieses Medienkonzepts bildet sich das Kollegium - auch schulhausintern - in regelmäßigen Abständen ständig weiter, denn nur genügend geschulte Lehrkräfte werden den Rechner auch entsprechend im Unterricht nutzen und in Teamarbeit ihre Erfahrungen damit austauschen und ein Medienkonzept weiterentwickeln.
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