Computer im Unterricht (2)

„Ab Klasse 1 ist der Lerncomputer als Lernmedium unentbehrlich... Mit seiner Hilfe lernen Kinder schneller Schreiben, Lesen und Rechnen, mit seiner Hilfe sind Ausfälle und Teilleistungsschwächen bis zu einem gewissen Grad auszugleichen, mit seiner Hilfe bleibt Gelerntes länger im Kopf haften... Computerkenntnisse werden in der Informationsgesellschaft des kommenden Jahrhunderts eine immer größere Bedeutung gewinnen.“
(Prof. Peter Struck 1998 in seinem Buch „Netzwerk Schule“, Carl Hanser Verlag 1998).

Der mediale Wandel und das Internet haben inzwischen auch die Grundschüler erreicht. Der Computer ist aus den meisten Familien nicht mehr wegzudenken und wird auch von Kindern regelmäßig zu Hause genutzt. Bereits in naher Zukunft wird es fast keinen Arbeitsplatz mehr geben, an dem Computer nicht in irgendeiner Form genutzt werden. So ergibt sich die pädagogische Aufgabe, bereits frühzeitig damit zu beginnen, den jungen Menschen den souveränen Umgang mit den Medien beizubringen: nämlich Medienkompetenz.

Medienerziehung in der Grundschule verlangt, dass diese Medienkompetenz stets durch eine integrative Medienpädagogik vermittelt wird. Das heißt, es darf kein neues Unterrichtsfach geschaffen werden, sondern Medien müssen Bestandteil des alltäglichen Unterrichts sein, hauptsächlich in den offenen Unterrichtsformen wie Freiarbeit, Wochenplanarbeit, Stationenarbeit, Projektarbeit. Der praktische Umgang mit dem Computer soll dabei so selbstverständlich werden wie der Gebrauch von Papier und Bleistift.


Der Computer in der Schule verändert auch die Rolle des Lehrers

Schulnetzwerk

Durch ein Schulnetzwerk von 84 Rechnern wird der Computer bei uns immer mehr zum selbstverständlichen Bestandteil des Unterrichts. Er steht sowohl im Rahmen einer Lernwerkstatt zur Verfügung (2 PC-Räume mit 16 bzw. 31 vernetzten Rechnern, incl. Internetzugang) als auch in Medienecken im Klassenzimmer. Er kann und soll allerdings Primärerfahrungen der Kinder nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Kinder sollen ganzheitlich mit allen Sinnen lernen. Der Computer wird deshalb nur dort eingesetzt, wo er anderen Materialien und Methoden überlegen ist.

Wir sind uns der Problematik bewusst, dass Kinder vielfach ihre Freizeit passiv vor den Bildschirmen verbringen (gleich ob PC oder Fernsehen) und versuchen dem entgegenzutreten durch vermehrte Bewegungselemente im Schulalltag. Wir wollen den Schülern aber auch zeigen, wie sie die Medien „Computer“ und „Internet“ aktiv nutzen können, um damit Dokumentationen, Präsentationen und Kommunikation herstellen und erleben zu können.


Computerraum mit 31 Arbeitsplätzen

Lernziele

Außerdem sollen unsere Schüler durch die Integration des PCs in den Schulalltag lernen,


durch Erfolgserlebnisse selbstbewusster und selbstsicherer zu werden,
unorthodox, kreativ und logisch zu denken,
Wichtiges von Unwichtigem, Richtiges von Falschem zu unterscheiden,
Sicherheitsregeln zu beachten,
Höflichkeitsformen (Netiquette) einzuhalten,
mit der Tastatur und mit der Maus umgehen zu können,
Schriftarten zu wählen, Grafiken zu erstellen und rechnen zu können,
den Drucker bedienen zu können,
Speichermedien zu verwenden,
den Computer für verschiedene Zwecke nutzen zu können (Wiederholungsübungen, Simulationen, Schreiben von Geschichten, Berichten und Briefen, Erstellen einer Klassenzeitung, Informationsgewinnung),
die Notwendigkeit des Korrekturlesens zu begreifen,
Fehler machen zu dürfen, um aus ihnen zu lernen,
dass Computer selbst nicht denken können, also immer auf Menschen angewiesen sind und ihnen stets untergeordnet bleiben,
welche Rolle Computer in unserer Gesellschaft spielen und wie sie sich durch ihn verändern wird.

Differenzierung

Der Computer ist ein Medium unter vielen in unserer Schule und in unserem Unterricht, bietet aber mit geeigneter, pädagogisch gestalteter Software sowohl in Mathematik als auch in Deutsch völlig neue Möglichkeiten einer umfassenden individuellen Fehlerdiagnose sowie gezielter Fördermaßnahmen. Kinder können mit Lern-, Stütz- und Übungsprogrammen nach ihrem jeweils individuellen Lernstand üben, Gelerntes sichern und anwenden sowie Neues dazulernen.

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