Die Wundermedizin
Das Umarmen ist eine Wundermedizin. Suche dir einen Menschen, der überarbeitet, übersehen oder ausgebrannt ist, und dann drücke ihn!
Umarmungen wirken entspannend, verbessern die Blutzirkulation, reduzieren Stress, fördern die Selbstachtung und heben das allgemeine Klima. Umarmungen heilen viel mehr als nur unsere Magengeschwüre. Sie machen uns immun gegen Krankheiten der Seele. Eine Umarmung ist ein Beruhigungsmittel ohne Nebenwirkungen. Was noch? Sie braucht keine Batterien, kann nicht besteuert werden, ist umweltfreundlich und 100 Prozent persönlich, kann mehrfach verwendet werden und kostet keinen Pfennig! Spendieren Sie Umarmungen und Sie kriegen eine zurück.
Umarmungen sind nur eine Sorte Herzlichkeiten. Eine Herzlichkeit ist alles, was man tut, das barmherzig, freundlich, tröstend oder lieb ist. Zum Beispiel ein Kuss auf die Wange (nicht nur zum Mutter- oder Hochzeitstag), ein Arm um die Schulter, eine Hand zum Halten, ein Finger, der eine Träne abtrocknet, ein neckisches Kitzeln.
Auf wie viele Weisen können wir unseren Mitmenschen Gottes Liebe greif- und fühlbar machen? Gott hat uns so geschaffen, dass wir Berührungen brauchen. Die Wissenschaftler sagen uns, dass ein ganz normaler Mensch es spürt, wenn der Flügel einer Biene aus einer Höhe von einem Zentimeter auf seine Fingerspitzen oder Wange fällt. Wenn das stimmt, sind wir sensibel für die zartesten Gesten. Jedes Streicheln hinterlässt einen Abdruck in unserem Gehirn, verbindet uns mit einer positiven Erfahrung in der Welt.
Wie mag es da den Menschen gehen, die nur raue Berührungen erleben, nur Stöße und Schläge, nur Kratzen und Kneifen? Diese Berührungen machen uns irritiert, unsicher, ja wütend.
Und die Menschen, die überhaupt keine Berührungen bekommen? Sie kommen sich überflüssig, ja unerwünscht vor. Wie eine Frau sagte: „Ich bin mich suchen gegangen. Falls ich wieder da bin, bevor ich zurückkomme, haltet mich so lange fest!“ Das ist Einsamkeit; diese Frau braucht eine dicke Umarmung!
Die beste Übung für eine gute Beziehung ist, dass ich mich zu dem anderen hinbeuge, meine Arme ausbreite und ihn oder sie fest an mich drücke. Gott hat „ewige Arme“. Ich glaube, als er sagte: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist“, da dachte er an Umarmungen.
Jedes Kind sollte es lernen, dass das Leben voller Umarmungen ist. Es ist einfach, seine Arme um ein Kind zu legen, weil Kinder so schön klein sind; drücken Sie nur nicht zu fest. Aber es gibt keinen Menschen, der keine Umarmungen braucht. Selbst Teenager brauchen sie, regelmäßig, obwohl man sie manchmal daran erinnern muss, die Umarmung zu erwidern! Was brauchen wir am meisten? Eine Villa, einen Butler, einen Chauffeur? Vielleicht. Aber vor allem eine Umarmung. Und noch eine und noch eine ...
Manche Leute sagen, das beste Mittel, seine Sorgen zu vergessen, sei, zu enge Schuhe zu tragen, aber ich sage: Gehen Sie los und umarmen Sie jemanden! Ein Tag ohne Umarmung ist eine Last, die keiner tragen kann. Wir alle brauchen Umarmungen. Manchmal braucht ein Miesepeter sie am dringendsten; Sie können die Sonne sein, die endlich den Winter aus seinem Gesicht vertreibt.
Freuen Sie sich, wenn Sie eine Umarmung kriegen! Und wenn Sie morgens das Haus verlassen, nicht vergessen: Nehmen Sie Ihre Umarmungen mit!
Aus: Barbara Johnson, Heute schon gefreut? Das Barbara-Johnson-Andachtsbuch, S. 172 – 173
© Copyright der deutschen Ausgabe 2000 by Hänssler Verlag, D-71087 Holzgerlingen.






